Die Brustverkleinerung

Wann ist eine Brustverkleinerung sinnvoll?

Erschlaffte und/oder große Brüste verursachen häufig bei der betroffenen Frau eine psychische Belastung. Sie fühlt sich ständig beobachtet und möchte ihren Busen verstecken. In diesem Fall ist eine Korrekturoperation empfehlenswert.
Wichtig ist auch zu wissen, dass große Brüste – vor allem bei zierlichen Frauen – durch die einseitige Belastung erhebliche Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule und der Schulter verursachen können. Die Verkleinerung einer übergroßen Brust kann daher auch aus orthopädischer Sicht angezeigt sein.

Was sollte vor dem Eingriff bedacht werden?

Sie sollten auf jeden Fall gesund sein und im Moment nicht stillen. Eine Schwangerschaft sollte vor und auch einige Monate nach der Korrektur ausgeschlossen sein (Verhütung!). Bevor eine operative Brustverkleinerung durchgeführt wird, ist es erforderlich, ein eventuell bestehendes Übergewicht durch eine Diät zu reduzieren. Wird das Gewicht erst nach der Operation verringert, führt dies erneut zu einer Erschlaffung des Brustgewebes.
Auch nach einer Schwangerschaft kann sich die Busenform verändern. Es ist nicht sinnvoll, dass junge Frauen, bei denen ein Kinderwunsch in absehbarer Zeit noch nicht besteht, mit einer geplanten Korrektur mehrere Jahre zu warten.
Sehr wichtig ist außerdem, vor dem Eingriff eine krankhafte Veränderung (z. B. Tumor der Brust auszuschließen)

Wie kommt es zu einer hängenden Brust?

Eine hängende Brust (Ptosis) kann verschiedene Ursachen haben:

  1. Die Brustdrüse hat sich durch hormonelle Einflüsse verkleinert
  2. Der Fettanteil der Brust hat durch Gewichtsverlust abgenommen
  3. Durch Minderung der Elastizität der Haut kommt es zu einem Absinken des Busens
    Oft haben mehrere Faktoren eine Rolle gespielt. Ist der Busen gleichzeitig sehr groß und schwer, kann eine Ptosis schon in jungen Jahren auftreten. In allen Fällen ist es sehr wichtig, sich von einem spezialisierten Chirurgen eingehend untersuchen und beraten zu lassen.

Wie können hängende Brüste korrigiert werden?

Es gibt verschiedene Verfahren, die hängende Brust zu korrigieren. Oft reicht eine Reduzierung/Straffung der Haut aus. In einigen Fällen kann mit Hilfe eines kleinen kochsalz- Gefüllten Implantates die Brust gehoben werden. Dies ist besonders dann sinnvoll, wenn sich die Brustdrüse durch hormonelle Einflüsse verkleinert hat. Mit anderen kombinierten Verfahren kann auch bei großen hängenden Brüsten eine schöne Form modelliert werden. Entscheidend für die Wahl des richtigen Verfahrens ist die Ursache der hängenden Brust und die persönliche Wunschform und Größe.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Der Eingriff erfolgt in Allgemeinnarkose und wird ambulant durchgeführt. Über das Betäubungsverfahren klärt der Narkosearzt gesondert auf. Vor dem Eingriff werden die Brüste genau gemessen und der spätere Schnittverlauf auf der Haut mit Computerunterstützung berechnet.

Bei dem sog. klassischen Operationsverfahren entsteht eine kreisrunde Narbe am Warzenhofrand, eine senkrecht verlaufende Narbe zwischen Warzenhofunterrand und Unterbrustfalte und eine mehr oder weniger kurze Narbe in der Unterbrustfalte. Hierbei bekommt die Brust einige Wochen nach dem Eingriff und nach Abschluss der Wundheilung ihre endgültige Form.

In letzter Zeit wurde eine narbensparende Operationstechnik entwickelt, wobei auf die bogenförmige Narbe in der Unterbrustfalte verzichtet wird. Der Hautüberschuss in der senkrechten Richtung wird durch Raffen der Haut beseitigt. In diesem Fall zeigt sich das Endergebnis erst nach Schrumpfung der Haut in ca. 6 Monaten. Diese Technik ist besonders empfehlenswert bei jüngeren Frauen und bei solchen, deren Brust weniger umfangreich verkleinert werden soll.

Trotzdem kann in einigen Fällen in einer späteren Sitzung eine Korrekturoperation erforderlich werden, wobei der Hautüberschuss doch operativ entfernt werden muss. Auch hier entsteht dann eine kurze waagerechte Narbe in der Unterbrustfalte.
Um bei großen, erschlafften Brüsten ein kosmetisch befriedigendes Ergebnis erzielen zu können, werden die nach unten verlagerten Brustwarzen wieder in die ursprüngliche Lage gebracht. Natürlich wird dabei immer versucht, die Milchgänge zwischen Brustdrüsenkörper und Brustwarze nicht zu durchtrennen. Leider ist es dennoch nicht immer möglich, die Stillfähigkeit zu erhalten.

Sind die Brüste extrem groß mit viel Fettgewebe, können die Milchgänge oft nicht erhalten werden, da die Brustwarze zu weit nach oben verschoben werden muss und die Blutversorgung eventuell nicht ausreichen würde.

Worauf ist nach der Operation zu achten?

  • Handeln Sie bitte unbedingt nach den Anweisungen Ihres Arztes! Er wird genaue Verhaltensrichtlinien vor Ihrer Entlassung mit Ihnen besprechen
  • Nach dem Eingriff werden die Brüste durch einen Verband oder einen straff sitzenden BH gestützt und ruhiggestellt. Diesen Verband sollten Sie auf jeden Fall nach der Operation sowohl tagsüber als auch nachts tragen
  • Fragen Sie Ihren Arzt, ab wann Sie duschen/baden und Sport treiben dürfen. Der Zeitpunkt richtet sich nach dem Ausmaß der Operation und dem Verlauf der Wundheilung
  • Gehen Sie auf jeden Fall zu den vereinbarten Kontrolluntersuchungen! Falls Sie vorher etwas ungewöhnliches bemerken oder wenn sich Ihr Gesundheitszustand verändert, wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt

Wie sind die Erfolgsausichten?

Je schonender ein Eingriff durchgeführt wird, desto geringer ist das Komplikationsrisiko. Bei jedem Korrektureingriff wird natürlich versucht, beide Brüste in Form und Größe anzupassen und nur kleine, unauffällige Narben zu hinterlassen. Trotzdem kann eine Fehlstellung der Brustwarzen, unterschiedliche Größe der Brüste oder eine starke Narbenbildung nicht völlig ausgeschlossen werden.
Reden Sie mit dem behandelnden Arzt über alle möglichen Risiken. Lassen Sie sich alle möglichen Verfahren und deren Vor- und Nachteile erklären.